Schwangerschaft: Was darf ich noch essen? — Ein Wegleiter durch 9 gesunde Monate

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Die Liste, was man essen darf wäh­rend der Schwan­ger­schaft und was nicht, scheint lang: Wie Sie und ihr Kind op­timal ver­sorgt durch Schwan­ger­schaft und Still­zeit kommen.

Man möchte alles richtig machen, wenn man schwanger ist. Vor allem in punkto Er­näh­rung. Denn schnell ist klar: «Die Ent­wick­lung des Un­ge­bo­renen hängt ent­schei­dend davon ab, was, in wel­chen Mengen die Schwan­gere zu sich nimmt.», so Andrea Cramer, Er­näh­rungs­be­ra­terin des Er­näh­rung­zen­trums Zürich. «Durch eine ge­sunde und aus­ge­wo­gene Er­näh­rung nach der Le­bens­mit­tel­py­ra­mide der Schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung werden Mutter und Kind mit allen be­nö­tigten Nähr­stoffen ver­sorgt. Wichtig hierbei ist viel zu trinken – täg­lich min­de­stens ein­ein­halb Liter –, un­ter­schied­li­ches Obst und Gemüse zu essen sowie täg­lich Voll­korn­brot oder Kar­tof­feln, Milch­pro­dukte und etwas Fleisch, Fisch, Eier oder Tofu zu sich zu nehmen.»

Doch meist braucht eine Schwan­gere noch mehr: Der Vit­amin- und Nähr­stoff­be­darf steigt wäh­rend einer Schwan­ger­schaft deut­lich. Mit am wich­tig­sten: Fol­säure. Dieses Vit­amin wird für die Ent­wick­lung des Ner­ven­sy­stems sowie die Blut­bil­dung des Un­ge­bo­renen ge­braucht und kann durch die Er­näh­rung oft allein nicht ge­nü­gend ab­ge­deckt werden. Des­halb emp­fiehlt Andrea Cramer: «Bei einer Un­ter­ver­sor­gung des Vit­amins kann es zu Miss­bil­dungen beim Kind führen. Aus diesem Grund sollten Frauen, die eine Schwan­ger­schaft planen, so früh wie mög­lich mit der Fol­säure-Zugabe von 400 Mi­kro­gramm pro Tag be­ginnen und es bis min­de­stens zum Ende der 12. Schwan­ger­schafts­woche nehmen.» Frauen, die un­ge­plant schwanger ge­worden sind, be­ginnen zum frü­hest mög­li­chen Zeit­punkt mit der Zugabe.

Weitere wichtige Wirkstoffe in der Schwangerschaft

Vit­amin D: Da es nur in sehr ge­ringer Form in Le­bens­mit­teln vor­kommt und die mei­sten Schweizer damit un­ter­ver­sorgt sind, wird zu 15 Mi­kro­gramm (600 I.E.) in Form von Tropfen ge­raten.

Omega-3-Fett­säuren: Auf­grund seines guten Ein­flusses auf die Ge­hirn­ent­wick­lung des Un­ge­bo­renen, sollten fett­reiche Fische, wie zum Bei­spiel Lachs oder Sar­dine, einmal pro Woche ge­gessen werden, sowie täg­lich Baum­nüsse und Rapsöl. Wer nicht ein bis zwei Mal wö­chent­lich Fisch isst, sollte in der Schwna­ger­schaft und bis zum Ende der Still­zeit täg­lich Omega-3-Fett­säuren in Form von Fisch­öl­kap­seln oder Al­gen­prä­pa­raten zu sich nehmen.

Jod: Unter an­derem wird zum Aufbau der Schild­drü­sen­hor­mone ver­mehrt Jod ge­braucht, jedoch ent­halten die mei­sten Le­bens­mittel zu wenig davon. Gute Jod­lie­fe­ranten: jo­diertes Spei­se­salz, Brot, Fisch, Käse und Eier.

Eisen: Ent­gegen der hart­näckigen An­nahme, dass Eisen zwin­gend in Form von Er­gän­zungs­mit­teln zu sich ge­nommen werden muss, wird emp­fohlen ein Prä­parat nur dann ein­zu­nehmen, wenn ein Mangel nach­ge­wiesen worden ist.

Hier ist Vorsicht geboten

An­ge­führt wird diese Liste von Al­kohol und sämt­li­chen an­deren Drogen, auf die wäh­rend der ge­samten Schwan­ger­schaft und Still­zeit ver­zichtet werden sollte. Die Er­näh­rungs­ex­pertin rät eben­falls von grös­seren Mengen Kaffee, Schwarztee, kof­fe­in­hal­tige Süss­ge­tränke (z.B. Cola) und Energy Drinks ab: «Das darin ent­hal­tene Kof­fein regt nicht nur den Kreis­lauf der Mutter an, son­dern auch den des Kindes.»

Eben­falls ver­zichten sollten Schwan­gere auf:
Chinin (Tonic Water, Bitter Lemon): Zum einen ist es we­hen­för­dernd, zum an­deren birgt es auch eine ge­wisse Sucht­ge­fahr beim Un­ge­bo­renen.
Weich­käse und Käse aus nicht pa­steu­ri­sierter Milch: Wie­der­käuer, wie Kühe sind oft von der In­fek­ti­ons­krank­heit Li­ste­riose be­fallen. Diese ist unter an­derem über Roh­milch auf den Men­schen, und so auch auf das Kind, über­tragbar und kann bei diesem zu schweren Er­kran­kungen führen.
Rohe und nicht durch­ge­garte tie­ri­sche Pro­dukte: Hier ist die Gefahr an einer In­fek­ti­ons­krank­heit wie To­xo­plas­mose oder Sal­mo­nellen zu er­kranken gross. Eine solche kann schlimme Folgen für das Un­ge­bo­rene haben.

Fördern Oregano und Zimt die Wehen?

Ver­schie­dene Ge­würze, wie Anis, Fen­chel, Ore­gano oder Zimt sind, ent­gegen der oft ver­brei­teten Mei­nung, als Kü­chen­kräuter völlig un­be­denk­lich, ausser es be­steht ein Früh­ge­burts­ri­siko, so Andrea Cramer. «Zwar sti­mu­lieren diese die Ge­bär­mutter und sind damit we­hen­för­dernd, doch dafür müssten sie in so grossen Mengen ver­zehrt werden, dass einem davon übel werden würde.»

Ähn­lich sieht es bei Süssem und Sal­zigem aus. Diese muss man sich über die neun Monate nicht ver­kneifen, son­dern kann sich täg­lich eine kleine Por­tion Scho­ko­lade oder Chips gönnen.

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Elke Koch

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