Altes Obst – ein­hei­mi­sches Superfood

Altes Obst: Schwarzdorn, Felsenbirne, Holunder.
Schwarzdorn, Fel­sen­birne, Ho­lunder sind kaum mehr an­zu­treffen. Das ist be­dau­erlich, denn vor un­serer Haustüre lägen wert­volle Nähr­stoffe. Ruth El­len­berger in ihrem Er­näh­rungsblog auf seniorin.ch.

Da die ge­nannten Sträucher seit län­gerer Zeit schon als un­modern gelten, sind sie kaum mehr an­zu­treffen. Dies liegt zum einen an der zu­nehmend in­ten­siven Nutzung von Land­wirt­schafts­flächen, zum an­deren an der pri­vaten Gar­ten­ge­staltung. Dabei wären alte Wild­obst­sorten für Tier und Mensch enorm wertvoll: Sie bieten In­sekten, Vögeln oder Igeln einen Le­bensraum und Nahrung, und wir Men­schen könnten von den äus­serst wert­vollen In­halts­stoffen ihrer Früchte profitieren.

Ein­hei­mische Beeren vs. Su­perfood aus Übersee

Für die In­halts­stoffe ge­sunder Beeren und Früchte wird derzeit sehr viel Geld aus­ge­geben. Wer An­ti­oxi­dantien, he­pa­to­pro­tektive oder li­pid­sen­kende Stoffe zu sich nehmen möchte, kauft Su­perfood aus Übersee und nicht einfach ge­trocknete Beeren von alten hei­mi­schen Obst­sorten.
Die derzeit am häu­figsten ver­kauften Su­per­foods sind Goji- und Aro­nia­beeren. Bei uns sind diese Sträucher als Bocksdorn und Ap­fel­beere be­kannt. Beide sind hier gut as­si­mi­liert, ge­hören aber nicht zum ty­pi­schen «Alten Obst». Dazu ge­hören die ein­gangs ge­nannten, und unter diesen lohnt sich ein Blick in die Steck­briefe der Schlehe (Schwarz­dorn­frucht) und der Hagebutte.

Ent­zün­dungs­hemmer Schlehe

Wenn Sie die Schle­hen­frucht jetzt im Sep­tember pro­bieren, so werden Sie diese als ab­solut un­ge­niessbar ein­stufen: Was aus­sieht wie eine kleine Pflaume, schmeckt sauer, herb und pelzig. Erst wenn die Frucht die erste Fro­stein­wirkung hinter sich hatte, wird sie ge­nussreif. Die Schlehe enthält unter an­derem reichlich Gerb­stoffe, die zu­sam­men­ziehend und ent­zün­dungs­hemmend wirken.
Die Wirk­stoffe der Schlehe sind gut un­ter­sucht und sie werden bei­spiels­weise in der Be­handlung von Mund- und Ra­chen­ent­zün­dungen, bei Ver­stopfung oder in harn­trei­benden Arz­neien ein­ge­setzt, aber auch bei di­versen Haut­er­kran­kungen oder in der Wundheilung.

Vitamin-C-Spritzen Ha­ge­butte und Sanddorn

Die Ha­ge­butte (Hundrose) ist be­kannt für den hohen Vitamin-C-Gehalt, sie enthält, wie die Schlehe auch, Gerb­stoffe und Fla­vo­noide sowie Ca­ro­ti­noide. Dies ist ein an­ti­oxi­da­tiver Stoff, der eine Wirkung in der Prä­vention von Herz-Kreislauf- und Tu­mor­er­kran­kungen hat. Bei der Ha­ge­butte werden vor allem die rot­flei­schigen Schalen und nicht die Nüsschen in der Mitte ver­wendet. Be­züglich Vitamin-C-Gehalt ist Sanddorn Spit­zen­reiter, ge­folgt von Ha­ge­butte.
Alle ge­nannten Wild­früchte haben ge­wisse ­Ge­mein­sam­keiten: Sie ent­halten viele ent­zün­dungs- und keim­hem­mende, an­ti­oxi­dative und ad­strin­gie­rende (zu­sam­men­zie­hende, wund­hei­lende) Sub­stanzen. Also alles Wirk­stoffe, deren Bedarf in der kalten und dunklen Jah­reszeit, mit ver­mehrter Grippe-Ex­po­sition, erhöht ist.

Mit «altem Obst» fit durch den Winter

An­ti­oxi­dative Sub­stanzen sind wärme‑, luft- und licht­emp­findlich. Nur schon aus diesem Grund lohnt es sich, auf hei­mische Beeren und Früchte zu setzen, die keine langen Trans­portwege hinter sich haben.
Falls Sie in der glück­lichen Lage sind, Beeren und Früchte aus dem ei­genen Garten oder aus der nahen Um­gebung ernten zu können, so trockenen Sie diese an einem licht­armen, trockenen Ort. Bis zum Ver­brauch sollten sie luft­dicht­ver­packt an einem dunklen Ort ge­lagert oder auch tief­ge­kühlt werden. Wer bei der Ver­wendung den grösst­mög­lichen Nutzen er­zielen möchte, er­hitzt die Früchte nicht lange oder stark.

Zu­be­rei­tungs­tipps für «altes Obst»

Sie können ge­trocknete oder tief­ge­kühlte Beeren in Müesli, pü­riert in Säften oder auch er­gänzend in Kompott, ein­setzen. Na­türlich kann man auch Konfi oder Tee damit zu­be­reiten. Durch den Koch­prozess werden die ent­hal­tenen Mi­ne­ral­stoffe und auch viele der bio­ak­tiven Sub­stanzen nicht zer­stört. Die Ap­fel­beere (hiesige Aronia) enthält viel Pektin und eine herbe Säure und eignet sich darum in der Her­stellung von Kon­fitüre (z. B. Zwetschge) hervorragend.

In St. Gallen gibt es die Wildobst-Sammlung

Wenn Sie mehr über altes Obst, seine Ver­wendung und den Anbau ein­hei­mi­scher Sträucher er­fahren möchten, können Sie die neue Wildobst-Sammlung im Bo­ta­ni­schen Garten St. Gallen besuchen.

Dieser Ar­tikel er­schien auf www.seniorin.ch.

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Ruth Ellenberger

Ruth Ellenberger

2 Kommentare zu „Altes Obst – ein­hei­mi­sches Superfood“

  1. Woww.. Sehr in­ter­essant! Was ich nun nicht im Be­richt ge­funden habe: Wie und was kann ich mit den Felsbirn-Beeren an­fangen? Ich habe zwei Fels­birnen bei mir im Garten.

    Danke und en liebe Gruess
    Michael

    1. Lieber Mi­chael
      Fel­sen­birne schmeckt etwas herb und eignet sich in Kom­bi­nation mit an­deren Früchten wie Apfel, Traube oder Birne in einem Müesli. Al­leine wäre sie ge­schmacklich zu wenig “tragend”. Mit Prei­sel­beer­kompott zu einem Wild­ge­richt oder in der Zu­be­reitung von Rot­kraut, ist sie eben­falls eine wun­derbare Er­gänzung. Man kann sie üb­rigens auch noch ver­wenden, wenn sie am Strauch schon etwas schrum­pelig ge­worden ist. Viel Spass bei Ausprobieren!
      Ruth Ellenberger

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