Cho­le­sterin: Fit trotz Fett

Die Mediterane Kücke ist gut gegen Choleserin.
Em­bolie, Hirn­schlag und Herz­in­farkt. Cho­le­sterin kann unsere Ge­sundheit nach­haltig schä­digen. Weshalb die Blut­fette für den Körper trotzdem un­ent­behrlich sind, er­klärt Ruth El­len­berger im In­terview mit der «Zeitlupe».

Macht uns Cho­le­sterin ge­nerell krank?
Ruth El­len­berger: Nein, Cho­le­sterin (Cho­le­sterol) ist grund­sätzlich nichts Schlimmes. Der Körper bildet den le­bens­wich­tigen Na­tur­stoff selber. Er braucht diesen, um Ge­schlechts­hormone auf­zu­bauen, die Zell­mem­brane zu sta­bi­li­sieren und Ner­ven­im­pulse zu über­tragen. Im Übermass jedoch – und ge­bunden an so­ge­nannt schlechte Blut­fette – setzt Cho­le­sterin der Ge­sundheit zu. Dann schädigt es die feinen Ge­fässe von Herz, Hirn und Lunge, das Risiko für Em­bolien, Herz­in­farkt und Hirn­schlag steigt.

Es gibt also mehrere ver­schiedene Blut­fette?
Ja. Blut­fette sind recht un­ter­schiedlich. Man un­ter­teilt diese grund­sätzlich in zwei Gruppen: un­be­denk­liche (HDL) und eher kri­tische (Tri­gly­ceride, VLDL, LDL). Welche dieser Blut­fett­werte über­wiegen, hängt mit­unter von der fa­mi­liären Prä­dis­po­sition ab – oder ob jemand an einer Krankheit wie Dia­betes oder starkem Über­ge­wicht (Adi­po­sitas) leidet. Stoff­wech­sel­stö­rungen können eben­falls eine Über­pro­duktion be­wirken. Kör­per­liche Ak­ti­vität hin­gegen be­ein­flusst die Blut­fette positiv.

Lassen sich Blut­fette mit be­wusster Er­nährung po­sitiv be­ein­flussen?
Auf jeden Fall. Eine be­wusste Er­nährung zahlt sich immer aus. Früher pro­pa­gierte man vor allem den Ver­zicht oder die Re­duktion cho­le­ste­rin­hal­tiger Nah­rungs­mittel – und pro­pa­gierte erst später Le­bens­mittel, die vor­teilhaft sind. Der Ver­zicht auf Zucker wirkt sich üb­rigens ebenso po­sitiv auf die Blut­fett­werte aus. Vor allem auf Frucht­zucker – ein Zucker­ersatz – sollte man gänzlich ver­zichten. Er fördert die Bildung des pro­ble­ma­ti­schen LDL-Cho­le­sterins. Frucht­zucker in Früchten hin­gegen ist un­be­denklich, da dieser darin we­niger hoch kon­zen­triert und an Fasern ge­bunden ist.

Welche Regeln sind sonst zu be­achten?
Aus­rei­chend Früchte und Gemüse essen; statt Weiss­mehl­pro­dukte oder weissen Reis Voll­korn­pro­dukte und Hül­sen­früchte be­vor­zugen; ge­sät­tigte Fett­säuren meiden (z.B. Fleisch- und Wurst­waren, Voll­fettkäse, Butter, Rahm) und pflanz­liche Öle wie Raps- und Oli­venöl be­vor­zugen; Zucker­konsum re­du­zieren und sich täglich be­wegen, bis man ausser Atem gerät. Ebenso wichtig: Der Le­bensstil (wenig Stress und so­ziale Kon­takte pflegen) regelt die Cho­le­ste­rin­werte mit.

Weshalb emp­fehlen Ex­per­tinnen und Ex­perten aus­ge­rechnet die Mit­tel­meer­küche?
Die Mit­tel­meer­küche setzt exakt die vor­gängig ge­nannten Emp­feh­lungen um – und setzt im Ge­genzug auf einen re­gel­mäs­sigen Fisch­konsum. Die darin ver­wen­deten Öle und ver­ar­bei­teten Nah­rungs­mittel sind gröss­ten­teils vorbildhaft.

Dieses In­terview ist in der «Zeitlupe» er­schienen. Es wurde von Roland Grüter geführt.

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