Milch­al­ter­na­tiven für Se­nioren: Weisse Wunder

Sind Milchalternativen für Senioren gesund?
Pro Jahr trinken Schwei­ze­rinnen und Schweizer 60 Liter Milch und kon­su­mieren 370 Kilo Milch­pro­dukte. Der weisse Saft erhält nun Kon­kurrenz von pflanz­lichen Va­ri­anten. Die Nach­frage nach Reis­milch und andern Milch­arten ist gross. Wie gesund diese für Se­nioren ist, er­klärt Ruth El­len­berger im In­terview mit der «Zeitlupe».

Der Handel bietet Hafer‑, Reis‑, Mandel‑, Soja und al­lerlei andere Milch­pro­dukte an. Weshalb plötzlich dieses breite An­gebot?
In Re­form­häusern gab es diese Milche schon vor über zehn Jahren, wenn auch in ge­rin­gerem Ausmass. Sie wurden lange Zeit von Leuten mit All­ergien, Per­sonen mit Un­ver­träg­lich­keiten oder von jenen kon­su­miert, die sich vegan er­nährten re­spektive den Regeln der tra­di­tio­nellen chi­ne­si­schen Me­dizin folgten. Diese Kli­entel – dar­unter leider auch jene mit selbst­dia­gno­sti­zierten All­ergien – ist in den letzten fünf Jahren stark ge­wachsen. Die Nach­frage hat hier das An­gebot be­feuert und nicht umgekehrt.

Was genau trinken wir da? Reis und Mandeln lassen sich ja nicht aus­pressen.
Genau. Damit aus diesen pflanz­lichen Roh­stoffen ein Produkt ent­steht, das wir als Milch ak­zep­tieren, sind et­liche Zu­satz­stoffe not­wendig. Werden Mandeln, Reis oder Cas­hewnüsse ge­mahlen, ent­steht eine weiss­liche Paste. Damit diese eine milch­ähn­liche Kon­si­stenz erhält und ak­zep­tabel schmeckt, braucht es immer Zu­satz­stoffe – vor allem Flüs­sigkeit, meist Wasser.

Ab­ge­sehen von den ge­nannten Ideo­logien: Was bieten diese Er­satz­pro­dukte, was Kuh­milch nicht auch mit­bringt?
Viel­leicht der öko­lo­gische Aspekt? Wobei in diesem Punkt nicht jede al­ter­native Milch gleich gut ab­schneidet. Was sie po­sitiv von Voll­milch­pro­dukten un­ter­scheidet: Der hohe Gehalt an tie­ri­schen Fetten ent­fällt. Voll­milch um­fasst einen Fett­anteil von min­de­stens 3,5 Prozent und bringt deshalb stolze 670 Ki­lo­ka­lorien pro Liter mit, also mehr als eine Tafel Scho­kolade. In pflanz­lichen Milchen ist der Fett­anteil mit­unter ge­ringer, hier lohnt sich der Blick auf die Ver­packung. Wer auf sein Ge­wicht achten muss, sollte Va­ria­tionen meiden, die mehr als 40 Ki­lo­ka­lorien pro De­zi­liter ent­halten. Aus er­näh­rungs­phy­sio­lo­gi­scher Sicht kann eine Kalzium- und vit­amin­an­ge­rei­cherte So­ja­milch mit Kuh­milch am besten mithalten.

Wie genau setzt man die Va­ria­tionen ein? Sind sie ein­setzbar wie Kuh­milch?
Ja, man kann sie ge­nauso ein­setzen wie Kuh­milch – wie genau man das machen will, ist reine Ge­schmacks- und Ge­wohn­heits­sache. Im Kaffee werden die Un­ter­schiede be­sonders be­merkbar. Wer die Milch für Cap­puccino auf­schäumen möchte, sollte Soja- oder Cas­hew­milch wählen.

Man rät äl­teren Men­schen dazu, mög­lichst viel Ei­weiss zu kon­su­mieren. Taugen die Milch­al­ter­na­tiven dennoch oder muss man diese mit an­deren Ei­weis­s­trägern er­gänzen?
In der Tat: In Sachen Protein schneiden alle Al­ter­na­tiven schlechter ab, So­ja­milch aus­ge­nommen. Zwar gibt es mitt­ler­weile di­verse pro­tein­an­ge­rei­cherte Pflan­zen­milche zu kaufen. Das be­deutet aber, dass auch hier Zu­satz­stoffe zum Einsatz kommen, um diese punkto Kon­si­stenz und Ge­schmack mas­sen­tauglich zu machen. Das rückt sie weit weg von reinen Naturprodukten.

Dieses In­terview ist in der «Zeitlupe» er­schienen. Es wurde von Roland Grüter geführt.

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