Vitamin D: Wie einem Mangel vorbeugen?

Das Sonnenvitamin: Vitamin D.
Im Alter schwindet die Fä­higkeit der Haut, im Strah­lenmeer der Sonne Vitamin D zu pro­du­zieren. Wie man dies aus­gleichen kann, er­klärt Andrea Cramer im In­terview mit der Zeitlupe. 

Weshalb ist Vitamin D im Alter der­massen wichtig?
Eine aus­rei­chende Ver­sorgung schützt uns vor Osteo­porose und an­deren Kno­chen­er­kran­kungen. Denn Vitamin D fördert die Auf­nahme von Kalzium und Phosphat im Darm sowie deren Einbau in den Knochen. So können Folgen einer Kno­chen­er­krankung wie Stürze, Brüche oder gar Im­mo­bi­lität re­du­ziert werden. Auch hilft es, die Mus­kel­kraft stabil zu halten. For­schungs­ge­gen­stand ist hin­gegen noch, in­wieweit es das Im­mun­system stärkt oder gar für andere Krank­heiten (z.B. ge­wisse Krebs­er­kran­kungen) ver­ant­wortlich ist.

Da derart viele Ex­per­tinnen und Ex­perten reihum auf ent­spre­chende Mängel hin­weisen: Wie kommt es im Alter zu diesem De­fizit?
Vitamin D wird vom Körper pro­du­ziert – in der Haut und unter Mit­hilfe des Son­nen­lichts (UVB-Strahlen). Diese Fä­higkeit nimmt jedoch mit fort­schrei­tendem Alter deutlich ab, so wie andere Kör­per­funk­tionen auch. In Ex­trem­fällen wird sie hal­biert. Deshalb wird Frauen und Männern ab 60 Jahren dringend emp­fohlen, übers ganze Jahr Vitamin-D-Sup­ple­mente (Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel) ein­zu­nehmen. Nur so lässt sich der täg­liche Bedarf decken (800 IE/20 μg).

Kann man selber fest­stellen, dass ein Manko vor­handen ist?
Nein. Mü­digkeit und Lust­lo­sigkeit können darauf ver­weisen. Ein Mangel lässt sich aber kaum in Ei­gen­regie er­kennen, da die Folgen (Osteo­porose, schwin­dende Mus­kel­kraft) nur langsam und ver­zögert auf­treten. In diesen Fällen sind genaue Ab­klä­rungen durch einen Hausarzt nötig.

Von Er­gän­zungs­mitteln mit Vit­aminen wird ge­warnt – äl­teren Men­schen aber wird ex­plizit zu Vitamin-D-Prä­pa­raten ge­raten. Woher rührt dieser Son­der­status?
Die meisten zu­ge­führten Vitamin- und Mi­ne­ral­stoffe greifen in ein fein ju­stiertes Re­gel­system un­ter­schied­licher Spieler und Ge­gen­spieler ein. Folgen und Ne­ben­wir­kungen können Laien nicht wirklich ab­schätzen. Der Bedarf an Vitamin- und Mi­ne­ral­stoffen kann über den Kö­nigsweg ge­stillt werden: über eine ge­sunde Er­nährung. Sie macht Er­gän­zungs­mittel ge­meinhin un­nötig, zumal wenn keine ge­sund­heit­lichen Ein­schrän­kungen vor­liegen. Vitamin D ge­niesst tat­sächlich einen Son­der­status. Denn über die Er­nährung ver­mögen wir nur etwa 10 bis 20 Prozent un­seres Be­darfs ab­zu­decken. Dieses ist bei­spiels­weise in fettem Fisch und Le­bertran ent­halten. Und da die kör­per­eigene Pro­duktion im Alter lahmt, ist der Griff zu einem Vitamin-D-Prä­parat doppelt dringlich.

Lässt sich ein Mangel al­len­falls mit Son­nen­bädern kom­pen­sieren?
Nein. Dazu wären extrem starke Son­nen­ex­po­si­tionen nötig – aus­serdem müssten wir dabei auf Son­nen­schutz­mittel ver­zichten. Von beidem gilt es dringlich ab­zu­raten, da wir sonst Haut­krebs­er­kran­kungen ris­kieren. Aus­serdem nimmt hier­zu­lande im Win­ter­halbjahr die Son­nen­ein­strahlung stark ab. Was die na­tür­liche Vitamin-D-Ver­sorgung zu­sätzlich er­schwert und den Einsatz eines Prä­parats doppelt sinnvoll macht.

Dieses In­terview ist in der «Zeitlupe» er­schienen. Es wurde von Roland Grüter geführt.

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