Adi­po­sitas Camp: Ge­meinsam geht es leichter

Was machen die Kinder während ihrer Woche im Zürcher Adipositas Camp (ZACK) und was können sie von dieser alles mitnehmen? Jacqueline Degen, Mitarbeiterin für Sportanlässe des Kantons Zürich im Kurz-Interview.
Was machen die Kinder während ihrer Woche im Zürcher Adi­po­sitas Camp (ZACK) und was können sie von dieser alles mit­nehmen? Jac­queline Degen, Pro­jekt­ver­ant­wort­liche des Kantons Zürich, im Kurz-Interview. 
Was kann im ZACK besser oder ein­facher um­ge­setzt werden als zu Hause?
Jac­queline Degen: Es fällt den Ju­gend­lichen leichter, sich zu be­wegen, weil sie durch die Lei­ter­per­sonen und die an­deren Teil­neh­menden mo­ti­viert werden. Die Sport­arten werden so ge­wählt, dass sie er­leben, wie Be­wegung Spass machen kann. Die Ju­gend­lichen im Camp fühlen sich oft ak­zep­tierter und zu­ge­hö­riger, da die an­deren im Camp mit ähn­lichen Themen zu kämpfen haben. Es ent­wickeln sich neue Freund­schaften. Die Teil­neh­menden be­reiten aus­serdem ge­meinsam mit er­fah­renen Er­näh­rungs­fach­per­sonen die Mahl­zeiten zu. So lernen die Ju­gend­lichen, wie man gesund und schmackhaft kocht. Zudem gibt es täg­liche Er­näh­rungs­inputs mit Tipps, wie eine aus­ge­wogene Er­nährung im Alltag um­ge­setzt werden kann.
 
Wie werden die Kinder nach dem Camp aufgefangen?
Wir geben den Teil­neh­menden im Camp Tipps für eine lang­fri­stige Ver­än­derung mit. Die Ju­gend­lichen lernen, sich rea­li­stische Ziele zu setzen. Wenn sie diese er­reichen, trägt dies dazu bei, lang­fristig ihre Be­we­gungs- und Er­näh­rungs­ge­wohn­heiten po­sitiv zu ver­ändern. Die Teil­neh­menden lernen Re­zepte kennen, die sie zu Hause auch selbst wieder zu­be­reiten können. Nicht zu­letzt soll in dieser Woche auch das Selbst­ver­trauen der Mädchen und Knaben ge­stärkt werden. Dem fa­mi­liären Umfeld kommt eine hohe Be­deutung zu. Deshalb sind die Eltern am ersten La­gertag dabei und werden be­raten, wie sie ihr Kind auf dessen Weg un­ter­stützen können.
 
Wie viele Ju­gend­liche kommen beim Camp zusammen?
Es sind je­weils etwa 20 Mädchen und Knaben zwi­schen 13 und 16 Jahren im Camp dabei.
 

Wem kann ge­holfen werden? 
Einen ge­sunden Le­bensstil um­zu­setzen ist ein lang­fri­stiger Prozess, in dem ein solches Lager un­ter­stützend wirken kann. Ver­schiedene Aspekte be­ein­flussen das Kör­per­ge­wicht, deshalb nimmt jeder Teil­neh­mende die für ihn wich­tigen Er­leb­nisse mit aus diesem Camp. Wissen rund um Er­nährung und Be­wegung sowie kon­krete Um­set­zungs­hilfen sind ebenso wichtig wie ein po­si­tives Selbstbild. Einige Teil­neh­mende er­zählen, dass sie schon im Vorfeld der La­ger­woche ihre Vor­sätze um­setzen können. Die Eltern be­richten immer wieder, dass ihre Kinder mit bes­serem Selbst­ver­trauen und neuen Freunden nach Hause zu­rück­kehren. Im ZACK geht es primär darum, die Ju­gend­lichen durch po­sitive Er­fah­rungen zu stärken. 

In­wiefern spielen Ein­sicht und Wahr­haben-wollen eine Rolle?
Der grösste Teil der Teil­neh­menden im ZACK ist sich be­wusst, dass sie an Über­ge­wicht leiden. Die Ju­gend­lichen be­suchen dieses Camp, weil sie etwas ver­ändern möchten. 
 
Sind es eher die Kinder oder die Eltern, die die Teil­nahme bei ZACK forcieren? 

Vor den Camps führen wir ein Vor­ge­spräch mit jedem Teil­neh­menden und den Er­zie­hungs­be­rech­tigten. Etwa ein Drittel der Ju­gend­lichen gibt an, dass sie selbst auf die Idee kamen, das ZACK zu be­suchen, ein Drittel wurde von den Eltern mo­ti­viert und bei den üb­rigen kam der Input aus dem Umfeld, bei­spiels­weise Kin­derarzt, Er­näh­rungs­be­ratung oder Lehr­person. Am ZACK sollen nur Ju­gend­liche dabei sein, die mit der Teil­nahme an diesem Camp ein­ver­standen sind und wirklich etwas ver­ändern möchten. Wenn sich im Vor­ge­spräch zeigen sollte, dass dies nicht der Fall ist, würden wir die Teil­nahme nicht zu­lassen. Dies ist aber bisher noch nie vorgekommen.

Zum Camp

Das Zürcher Adi­po­sitas Camp für Kinder (ZACK) richtet sich an über­ge­wichtige Kinder und Ju­gend­liche mit den Jahr­gängen 2006 bis 2009. In der Camp­woche stehen ge­meinsame Be­wegung und ge­sunde Er­nährung im Vordergrund.

Elke Koch

Elke Koch

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