Wech­sel­jahre – auch für den Stoffwechsel

In der Glückspost erklärt Ernährungsexpertin Jacqueline Ribeli warum gerade jetzt der Bauch wächst und wie Frauen gegensteuern können.
In der Glückspost er­klärt Er­näh­rungs­expertin Jac­queline Ribeli warum gerade jetzt der Bauch wächst und wie Frauen ge­gen­steuern können. 

Plötzlich spannt der Lieb­lingsrock. Viele Frauen merken in der Me­no­pause: Das Bäuchlein wächst – obwohl sie doch genau gleich viel essen wie immer. Woher kommt diese Ge­wichts­zu­nahme? Mehrere Fak­toren spielen eine Rolle, weiss Jac­queline Ribeli vom Er­näh­rungs­zentrum Zürich: «Zum einen ver­ändert sich der Hor­mon­haushalt. Das Sät­ti­gungs­hormon Leptin sowie das Östrogen nehmen ab und das Hun­ger­hormon Gh­relin nimmt zu – und damit auch deren Ein­fluss auf Ap­petit, Stoff­wechsel und die Re­gu­lation des Kör­per­ge­wichts.» Gleich­zeitig schwindet mit dem Alter die Mus­kel­masse, die Fettmasse nimmt da­durch pro­zentual zu. Das Ge­meine ist: Der Körper lagert Fett nun be­sonders gerne im Bauch ein. «Bei Frauen in der Me­no­pause pas­siert das in re­lativ kurzer Zeit, sodass es stärker auf­fällt», so die Er­näh­rungs­be­ra­terin. Kommt hinzu: Das vis­zerale Fett – das Bauchfett – ist stoff­wechselaktiv, es be­gün­stigt die In­sulinre­si­stenz und er­schwert so die Fett­ver­brennung.

Ver­lang­samter Stoffwechsel

Zu­neh­mendes Alter und Wech­sel­jahre ver­ändern den Stoff­wechsel. Der Grund­umsatz sinkt, durchs Alter ge­nerell und weil die Muskelmasse ab­nimmt. Zudem be­nötigt der Körper durch das Aus­bleiben des Men­strua­ti­ons­zyklus we­niger En­ergie. Auch wenn dieser Rückgang klein er­scheint – er kann sich schlei­chend be­merkbar machen. «Allein 20 über­schüssige Ka­lorien täglich können in einem Jahr ein zu­sätz­liches Kilo auf die Waage bringen», er­klärt Ribeli.

Ab­nehmen wird zu­nehmend schwie­riger . Die Le­bens­phase rund um die Me­no­pause ist auch emo­tional her­aus­for­dernd. Kinder ziehen aus, Eltern brauchen Pflege, der Job kann be­lasten – und das kann sich auf die Stimmung aus­wirken und einen ne­ga­tiven Ein­fluss auf Ess­ver­halten und Be­we­gungs­drang haben. Die gute Nach­richt: Frauen können aktiv ge­gen­steuern. Wenn der Grundumsatz sinkt, lässt sich der Energie­ver­brauch über Ak­ti­vität und Er­nährung an­kurbeln. Re­gelmässige Be­wegung im Alltag ist zentral – am besten täglich, dazu zweimal pro Woche ge­zieltes Kraft­training für den Mus­kel­erhalt. «Schon ein Spa­ziergang nach dem Essen hilft», sagt die Ex­pertin. «Be­wegung macht den Körper in­su­linempfind­licher, Koh­len­hy­drate können besser von den Zellen auf­genommen und für die En­er­gie­gewinnung ge­nutzt werden.» Auch die Er­nährung kann viel be­wirken: «Jede Haupt­mahlzeit sollte neben voll­wer­tigen Kohlenhy­draten auch Pro­teine und nahrungs­fa­ser­reiches Gemüse oder Salat ent­halten.» Eine solch ausge­wogene Mahlzeit be­nötigt mehr En­ergie bei der Ver­dauung als ein­fache Koh­len­hy­drate – das steigert den En­er­gie­ver­brauch zu­sätzlich und hält länger satt. So werden die Mahl­zei­ten­pausen ver­längert und der Körper kommt besser in die Fettverbrennung.

We­niger En­ergie, mehr gute Nährstoffe

In der Me­no­pause sinkt also der En­er­gie­bedarf, der Bedarf an Proteinen, ge­wissen Vit­aminen und Mi­ne­ral­stoffen bleibt aber gleich oder steigt sogar. Wichtig ist daher eine aus­ge­wogene, nähr­stoff­reiche Er­nährung, eher fettarm. Empfehlenswert ist die me­di­terrane Küche. Ab etwa 60 Jahren steigt zudem der Pro­te­in­bedarf, weil es der Körper nicht so gut auf­nehmen kann. Und weil auch das Risiko für Osteo­porose steigt, sind Kalzium und Vitamin D für die Kno­chen­ge­sundheit entscheidend.

Jac­queline Ribeli emp­fiehlt Frauen, den Druck raus­zunehmen. «Je mehr Stress man sich wegen der Kilo zu viel macht, desto höher ist das Stress­hormon Cor­tisol, das einer Ge­wichts­re­duktion ent­ge­gen­wirkt.» Ent­spannung ist ge­nauso wichtig wie re­gel­mässige Be­wegung und lang­fristig ausgewogene Er­nährung: Einfach mal run­ter­fahren, den Kopf lüften – ganz egal auf welche Art und Weise. «Mit einem ganz­heitlich ge­sunden Le­bensstil können Frauen ihren Körper po­sitiv durch die Wech­sel­jahre unterstützen.»

Was jetzt guttut – Tipps im Alltag

Be­wegung: 2,5 Stunden pro Woche sportlich aktiv sein oder sich im Alltag mo­derat be­wegen. Fördert Ge­wichts­kon­trolle, Kno­chen­ge­sundheit, Schlaf und Wohlbefinden.

Er­nährung: Ein op­timal zu­sam­men­ge­stellter Teller mit ½ Teller Gemüse, ¼ Teller Pro­te­in­kom­po­nente und ¼ Teller Stär­ke­beilage, be­vorzugt Vollkorn.

Prä­vention vor Osteo­porose und Herz- und Stoff­wech­sel­er­kran­kungen ist wichtig: Kalzium (z.B. in Milch­pro­dukten, Hül­sen­früchten), Vitamin D (Son­nen­licht, fetter Fisch, Eier),  Nah­rungs­fasern (Gemüse, Nüsse, Hül­sen­früchte) und bei jeder Haupt­mahlzeit Proteine.

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Lesen Sie hier den Ar­tikel von Petra Koci:

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