Ma­gnesium: Wie viel davon brauchen wir?

In der Glückspost erklärt Ernährungsexpertin Ruth Ellenberger wer wirklich Magnesium zu sich nehmen sollte und was die Wissenschaft sonst zum Mineralstoff sagt.
In der Glückspost er­klärt Er­näh­rungs­expertin Ruth El­len­berger wer wirklich Ma­gnesium zu sich nehmen sollte und was die Wis­sen­schaft sonst zum Mi­ne­ral­stoff sagt. 

Laut dem Doetsch-Grether-Prä­ven­ti­ons­mo­nitor 2025, er­stellt von gfs.bern, nehmen 48 Prozent der be­fragten Schwei­ze­rinnen und Schweizer Ma­gnesium als Nah­rungsergän­zungs­mittel ein. Ein hoher Anteil. Ist das über­haupt nötig?

Wichtig für die Körperfunktionen

Ma­gnesium ist ein le­benswichtiger Mi­ne­ral­stoff, ohne ihn läuft vieles nicht rund: Er un­ter­stützt etwa die Reizübertragung im Ner­ven­system, hilft bei der Mus­kel­kon­traktion und der Ver­dauung, ist am Aufbau von Knochen und Zähnen be­teiligt und spielt eine Rolle im En­er­gie­stoff­wechsel. «Dass Ma­gnesium aber beim Ab­nehmen helfen soll, weil es den Stoff­wechsel an­kurble, ist ein Fehl­schluss», sagt Ruth El­len­berger, dipl. Er­näh­rungs­be­ra­terin und Co-Ge­schäfts­füh­rerin im Ernährungs­zentrum Zürich.

Ma­gnesium wird gerne gegen Mus­kel­krämpfe, bei Stress oder schlechtem Schlaf emp­fohlen. «Ma­gnesium ist zwar wichtig für die Mus­kel­funktion. Aber es gibt keine Studien, die zeigen, dass Ma­gnesium Mus­kel­krämpfe ver­hindert.» Die Er­näh­rungs­be­ra­terin er­gänzt jedoch: «Ich sehe im Alltag, dass Leute mit vielen Mus­kel­krämpfen von der Ma­gne­si­um­er­gänzung durchaus pro­fi­tieren, auch ohne For­schungs­nachweis.»

Auch bei Stress oder Schlafpro­blemen gibt es bisher keinen wis­sen­schaft­lichen Beweis für einen Nutzen. «Al­ler­dings läuft derzeit eine viel­ver­spre­chende Studie mit einer be­son­deren Ma­gnesium-Ver­bindung, dem Ma­gnesium-L-Th­reonat. Ergebnisse werden frü­he­stens in zwei bis drei Jahren er­wartet», sagt die Co-Ge­schäfts­lei­terin des Er­näh­rungs­zen­trums Zürich.

Anders sieht es bei Mi­gräne aus: Hier gibt es tat­sächlich eine gute Da­tenlage. «Men­schen mit Mi­gräne, die Triptane nehmen und zu­sätzlich Ma­gnesium – zum Bei­spiel in Form von Ma­gne­si­umoxid oder Ma­gnesiumcitrat, haben sel­tener Mi­grä­ne­schübe.»

Ein Ma­gne­si­um­mangel kommt in der Schweiz sehr selten vor. Der täg­liche Bedarf für Erwachsene liegt bei einem Mit­telwert von etwa 300 Milligramm. Männer zwi­schen 35 und 49 Jahren schaffen das pro­blemlos über die Er­nährung – sie essen meist ge­nügend grosse Mengen an ma­gne­si­um­reichen Le­bens­mitteln. Bei allen an­deren seien etwa 86 bis 90 Prozent gut ver­sorgt, so die Fachfrau.

Wann Nah­rungs­er­gänzung?

Dennoch gibt es Si­tua­tionen, in denen der Bedarf steigt. «Schwangere, Stil­lende und Ju­gend­liche im Wachstum brauchen mehr Ma­gnesium», er­klärt Ruth El­len­berger. Auch ältere Men­schen sind oft betroffen, weil deren Körper mit zu­neh­mendem Alter Nähr­stoffe schlechter auf­nimmt. Gleich­zeitig essen viele we­niger oder ein­sei­tiger. Auch Lei­stungssportler – also Men­schen, die einen Teil ihres Ein­kommens durch Sport ver­dienen, hin­gegen nicht am­bi­tio­nierte Hob­by­sport­le­rinnen – be­nö­tigen mehr. Zudem be­ein­flussen be­stimmte Me­di­ka­mente den Magnesium­spiegel: «Wer Di­uretika gegen Ödeme nimmt oder lang­fristig Ma­gen­säu­re­blocker, hat oft einen er­höhten Bedarf», sagt die Er­näh­rungs­expertin. All­gemein gilt: Mit einer ab­wechslungs­reichen Er­nährung lässt sich der Ma­gne­si­um­bedarf gut decken. Be­sonders viel steckt in Nüssen, Kernen und Samen, Hül­sen­früchten sowie in grünem Blatt­gemüse und Vollkornpro­dukten aus Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen, Reis oder Buch­weizen. Ebenso wie in Tofu, Algen, dunkler Scho­kolade, Kakao und ei­nigen Mineralwassern.

Ma­gnesium gibt es üb­rigens in ver­schie­denen Ver­bin­dungen – von Ma­gne­si­um­citrat über -oxid, ‑gly­cinat, ‑chlorid zu L-Th­reonat und wei­teren. Diese un­ter­scheiden sich vor allem darin, wie gut der Körper das Ma­gnesium auf­nehmen kann.

Wie viel ist zu viel?

Über die Nahrung ist eine Überdo­sierung von Ma­gnesium kaum möglich. Mit Nah­rungser­gän­zungs­mitteln hin­gegen schon. Als Höchst­menge gelten 250 Mil­li­gramm täglich. «Eine Über­do­sierung kann Durchfall aus­lösen», warnt Ruth Ellenberger. «Da­durch ver­liert man wichtige Mi­kro­nähr­stoffe – das kann sogar zu Kreis­lauf­pro­blemen führen.»

Ma­gnesium ist un­ver­zichtbar für un­seren Körper, aber ein Mangel ist hier­zu­lande selten. Wer un­sicher ist, sollte sich beraten lassen – und lieber auf eine voll­wertige, ab­wechs­lungs­reiche Er­nährung setzen.

Ma­gne­si­um­haltige Le­bens­mittel und Einnahmetipps 

  • Nüsse, Kerne, Samen
  • Hül­sen­früchte (Bohnen, Kicher­erbsen etc.)
  • grünes Blatt­gemüse (Spinat, Mangold)
  • Voll­korn­pro­dukte (Weizen, Hafer, Roggen, Buchweizen)
  • dunkle Scho­kolade (ab 75 % Kakao)
  • Tofu, Algen
  • Ma­gnesium-Prä­parate besser zwi­schen den Mahl­zeiten nehmen
  • Zu­sammen mit Kalzium ist kein ­ Problem
  • Bei Zink min­de­stens 2 Stunden Abstand

Zum Ar­tikel

Lesen Sie hier den Ar­tikel von Petra Koci:

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