Ver­stopfung bei Kindern: Wie lösen?

Etwa fünf Prozent aller Kinder zwischen Säuglingsalter und dem 5. Lebensjahr leiden unter Verstopfung. Wie Eltern ihren Kindern in einem ersten Schritt schnell helfen können, sowie, was auf lange Frist dagegen hilft.
Etwa fünf Prozent aller Kinder zwi­schen dem Säug­lings­alter und dem 5. Le­bensjahr leiden unter Ver­stopfung. Wie Eltern ihren Kindern in einem ersten Schritt schnell helfen können sowie, was auf lange Frist da­gegen hilft: Kin­der­ärztin Dr. Anne-Kristin Ro­stetter im Kurz-In­terview über Ver­stopfung bei Kindern. 

Leiden heut­zutage mehr Kinder unter Ver­stopfung als früher?
Dr. Anne-Kristin Ro­stetter:
Es kommt nicht un­be­dingt häu­figer vor heut­zutage als früher, es wird eher mehr darüber ge­sprochen. Eine Ver­stopfung im Klein­kindes- und Kin­des­alter kann durch viele Fak­toren zum Bei­spiel Um­stellung der Er­nährung, Fehl­ernährung, Ver­meiden auf die Toi­lette zu gehen oder auf Reisen entstehen.

Was ist normal: Wie häufig sollte ein Kind aufs Töpfchen?
Das ist sehr un­ter­schiedlich: Bei Klein­kindern und Kindern sowie Er­wach­senen ist täglich bis alle zwei Tage gut. Dabei sollte der Stuhlgang nicht wehtun oder hart sein.
Bei ge­stillten Säug­lingen ist die Band­breite viel grösser: Im nor­malen Be­reich liegen von bis zu zehn Mal am Tag oder nur alle zehn Tage.

Kann eine Obsti­pation bei einem Kind auch einmal ge­fährlich werden?
Wichtig ist, dass die Eltern, wenn sie eine Ver­stopfung beim Kind be­merken, nicht lange warten bis sie etwas un­ter­nehmen. An­sonsten ent­steht ein Teu­fels­kreis und es wird nur noch schlimmer: Das Kind ver­meidet wegen des harten Stuhls bzw. der da­durch ent­stan­denen Schmerzen auf die Toi­lette zu gehen.
Man muss auf alle Fälle nach der Ur­sache suchen, wenn die Ver­stopfung seit der Geburt be­steht, wenn es zu immer wieder starken Bauch­schmerzen kommt, wenn das Kind nicht wächst, an Ge­wicht zu­nimmt oder wenn es zu Blut­bei­men­gungen im Stuhl kommt.

Nicht nur die Kinder leiden sehr unter der Ver­stopfung, auch die Eltern leiden mit. Wie können diese ihren Kleinen schnell helfen?
Sie sollten sich bald­mög­lichst bei ihrem Kin­derarzt melden. Wenn die Ver­stopfung zu lange be­steht, muss man manchmal einen Einlauf machen. Aus­serdem muss man dann sicher «La­xantien» geben – ein Me­di­kament, meist in Pul­verform, das den Stuhl weicher werden lässt. Wichtig zu wissen ist, dass es nicht ab­hängig macht. Zu alle dem kommt ein Toi­let­ten­training hinzu, um den ga­stro­ko­li­schen Reflex zu un­ter­stützen, das heisst, das Kind sollte nach dem Essen in aller Ruhe und so lange es braucht auf die Toi­lette gehen.
Zu­sätzlich sollte man auf eine aus­ge­wogene, kind­ge­rechte Er­nährung achten.

Wie kann man lang­fristig einen re­gel­mäs­sigen Stuhlgang fördern?
Durch eine aus­ge­wogene Er­nährung, eine aus­rei­chende Menge an Wasser trinken sowie durch re­gel­mässige Bewegung.

Zur Person

Dr. med. Anne-Kristin Ro­stetter ist Päd­ia­terin und In­ha­berin der Praxis «Kin­der­ärzte am Sternen», die am 8. März 2021 in der Mitte von Oer­likon er­öffnet werden wird.

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