Alarm im Darm!

Viele ältere Menschen leiden unter Lebensmittelunverträglichkeiten. Sie müssen Produkte, auf die sie besonders empfindlich reagieren, klug ersetzen, rät Ernährungsberaterin Céline Sommer vom Ernährungszentrum im Interview mit der Zeitlupe.
Viele ältere Men­schen leiden unter Le­bens­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten. Sie müssen Pro­dukte, auf die sie be­sonders emp­findlich re­agieren, klug er­setzen, rät Er­näh­rungs­be­ra­terin Céline Sommer vom Er­näh­rungs­zentrum im In­terview mit der Zeitlupe. 

Man liest al­lent­halben, dass Nah­rungs­mit­tel­in­to­le­ranzen und -all­ergien eher jüngere Men­schen be­treffen. Sind Se­nio­rinnen und Se­nioren davon aus­ge­nommen?
Nein. Primäre Nah­rungs­mit­tel­all­ergien (z.B. auf Kuh­milch- oder Hüh­ner­ei­weisse) be­treffen tat­sächlich vor­wiegend Kinder. Diese wachsen sich meist bis zum Er­wach­se­nen­alter aus. So­ge­nannte se­kundäre All­ergien hin­gegen treten oft erst im Er­wach­se­nen­alter auf: Der Verzehr von Kern- und Steinobst kann zum Bei­spiel bei Men­schen, die unter einer Bir­ken­pol­len­all­ergie leiden, all­er­gische Sym­ptome be­wirken. Dies nennt man Kreuz­re­aktion. Diese tritt bei 70 Prozent der Be­trof­fenen auf, die all­er­gisch auf Baum­pollen re­agieren. Un­gefähr jeder fünfte Er­wachsene leidet an Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten. Oft gehen sie auf einen En­zym­mangel zurück.

Welche Fak­toren können solche In­to­le­ranzen im fort­ge­schrit­tenen Alter aus­lösen?
Unter an­derem Krank­heiten. Nimmt die Darm­schleimhaut durch eine Magen-Darm-Ope­ration oder durch chro­nische Ent­zün­dungen (Morbus Crohn) Schaden, kann dies die Auf­nahme von Laktose hemmen: was zu einer se­kun­dären Lak­to­se­into­leranz führt. Erholt sich die Schleimhaut, kann die Laktose wieder auf­ge­nommen werden. Die In­to­leranz verschwindet.

Auf welche Le­bens­mittel re­agieren über 60-Jährige be­sonders emp­findlich?
Auf Laktose, also Milch­zucker. Sie be­wirken be­sonders oft Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten. Darauf ver­weisen Blä­hungen, Durchfall und Bauch­schmerzen. Viele sind zudem von Hist­amin­in­to­leranz be­troffen, davon 80 Prozent Frauen. Hist­amin­haltig sind unter an­derem lang­ge­reifte oder fer­men­tierte Pro­dukte, also Hartkäse, Wein oder Sauer­kraut. Sie können Haut­ekzeme, Durchfall, Schwindel oder trie­fende Nasen bewirken.

Un­ter­scheiden sich The­rapien äl­terer Men­schen von jenen der Jungen?
Grund­sätzlich nicht. Bei äl­teren Men­schen ist jedoch die Ei­weiss­zufuhr be­sonders wichtig, um die Muskeln zu er­halten – und die Kal­zi­um­auf­nahme für die Kno­chen­ge­sundheit. Gilt es auf alle Milch­pro­dukte zu ver­zichten, müssen taug­liche Le­bens­mittel die Lücke füllen. Das können lak­to­se­freie (diese ent­halten gleich viel Ei­weiss und Kalzium) oder so­ja­ba­sierte Pro­dukte sein, die mit Kalzium an­ge­rei­chert werden.

Lässt sich al­len­falls pro­phy­lak­tisch etwas da­gegen tun?
Ohne trif­tigen Grund sollte man Le­bens­mit­tel­gruppen wie glu­ten­haltige Le­bens­mittel oder lak­to­se­reiche Pro­dukte nicht aus dem Me­nüplan streichen. Durch den «prä­ven­tiven» Ver­zicht kann sich der Körper daran ge­wöhnen, was lang­fristig zu Un­ver­träg­lich­keiten führen kann.

Dieses In­terview ist in der «Zeitlupe» er­schienen. Es wurde von Roland Grüter geführt.

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